
Fasnachtliche Anfänge
Die Geschichte der Fasnacht in Ottenhöfen reicht weit zurück. Bereits 1669 ist in den Aufzeichnungen des damaligen Burgbesitzers Freiherr Friedrich von Stein zu Reichenstein belegt, dass Bürger im Gasthaus Kreuz Fasnacht feierten – mit Musik und Tanz, wie es sich gehört.
Über lange Zeit spielte sich das närrische Treiben vor allem im familiären und nachbarschaftlichen Rahmen ab. Erst nach den schweren Jahren der Inflation änderte sich dies: 1924 zog eine Gruppe Ottenhöfener Fasnachtsbegeisterter mit einem vollgummierten Lkw los, um am Umzug im Nachbardorf Kappelrodeck teilzunehmen. Damit waren die ersten Schritte in Richtung organisierter Umzüge getan.
Untrennbar verbunden mit Ottenhöfen ist auch der Name „Knörpeli“ – der traditionelle Bei- und Neckname der alteingesessenen Ottenhöfener zwischen Bosensteiner Eck, Sohlberg, Simmersbacher Kopf, Blaubronn, Lauenbach, Zieselberg und Kleineck. Er entstand Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Gemeinde Ottenhöfen gegründet wurde. Im Achertal versteht man unter einem „Knorpel“ einen knorrigen Baumstumpf, den man verkleinert liebevoll „Knörbeli“ oder eben „Knörpeli“ nennt.
Aus diesen Ursprüngen entwickelte sich im Laufe der Zeit die Symbolgestalt unserer Fasent, die noch heute fester Bestandteil des närrischen Treibens ist. Was mit geselligen Feiern begann, wuchs zu einer lebendigen Tradition, die Ottenhöfen bis heute prägt.